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Geschwisterliebe

Abneigung und Rivalität haben ihre Wurzeln in der frühen Kindheit, wo sich die Haltung gegenüber den Geschwistern festigt. Einmal entstandene Rivalität verfestigt sich, so entstandene Vorurteile bleiben fürs Leben und werden vor sich hergetragen. Menschen, die sich daheim benachteiligt fühlten, übertragen das oft auch ins Berufsleben und diese Erfahrung spielt mit in der Begegnung mit anderen Menschen.

Die Arbeit zeigt den durch Rivalität, Eifersucht und Neid entstandene Abstand zum Bruder/zur Schwester. Der bewusste weiße Mensch, das Ich, geht in unwillkürliche Abwehrhaltung zum rivalisierenden, schwarzen Menschen, dem Rivalen, der der Abwehrhaltung entgegentritt und dauerhafter Wegbegleiter ist.

Geschwisterliebe – Gedanken

Beziehungen zwischen Krieg und Frieden – Geschwisterliebe inmitten widersprüchlicher Gefühle: Kain erschlägt Abel, Jakob betrügt Esan, Hänsel beschützt Gretel, Bruderdramen und Geschwistermythen gibt es viele.

Geschwisterliebe ist nicht automatisch da, sie muss sich entwickeln. Was aus Bruder und Schwester wird, hängt unter anderem von identischen/verschiednen Erbanlagen ab. Je ähnlicher die Gene, desto verblüffender die Ähnlichkeiten und somit mehr an Gemeinsamkeiten. Je unterschiedlicher die Anlagen, umso mehr grenzen sich die Kinder ab und gehen eigene Wege. Weitere Bedeutung hat die Geburtenfolge, Erziehung, soziale Schicht und die Schule. So entstehen Geschwisterliebe und innige Verbundenheit bis hin zu jenen, die sich nicht ausstehen können. Zwischen Liebe und Rivalität pendeln Geschwisterbeziehungen hin und her. Die in der Kindheit festgelegten Normen begleiten uns ins Erwachsenenleben und beeinflussen unser Verhalten zu anderen nachhaltig.

Durch diese Gedanken angeregt spüre ich meinen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen nach, zeige autobiographische Momentaufnahmen aber auch Konfliktsituationen anderer Familien. Bisher entstanden dazu folgende Arbeiten:

Geschwisterliebe

Brüderchen und Schwesterchen

Gute Schwester, Böse Schwester

Projekt: just black and white

spiel.ball 2009 wurde von Ute Gebhard das Projekt „just black and white“ ins Leben gerufen. 50 verschiedene Künstler zeigen schwarz/weiß-Arbeiten in der Größe 50 x 50 cm.

Mein Beitrag zu diesem Projekt: „SPIEL.BALL“
Unsere Heimat – die Erde – ist Spielball der Mächtigen. Der Streit um die Vormachtstellung, das Höher, Weiter, Besser, wird rücksichtslos auf Kosten Aller betrieben. Der Versucht von Wenigen, die Erde zu schützen, wirkt wie der Kampf David gegen Goliath, den jedoch keiner der beiden Seiten gewinnen wird können.
Obwohl die Bemühungen um unseren Heimatplaneten wichtig und sinnvoll sind, erscheint Manches nur wie ein Konservieren der bestehenden Situation.
In ihrer Arbeit SPIEL.BALL stellt die Künstlerin den Kampf der Mächtigen und das Bemühen um den Schutz der Erde in einen direkten Dialog und setzt sich selbst ein Mahnmal, sich ständig daran zu erinnern, dass wir nur Gast auf dieser Erde sind.

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Die Säulen der Gesellschaft/Dysmorphophobie

Ursprünglich habe ich das Bild als „Säulen der Gesellschaft“ betitelt. Die Säulen hab ich mit Markennamen collagiert und auch einen Bericht über Botox eingearbeitet.

Der Grundgedanke zu diesem Bild war die überbewertete Welt der Schönen und Reichen, viel Glanz und Glamour und unnatürlich aussehende Menschen, deren Wert an Markennamen gemessen wird. Die verzerrte Darstellung der Wirklichkeit beeinflusst die Menschen außerhalb dieser Glamourwelt. Es wird uns vorgegaukelt, dass Schönheit, Jugendlichkeit und Markenwaren wichtig für ein erfolgreiches Leben ist.

Eine der Folgen – Dysmorphophobie:

Bei Dysmorphophobie (altgr. dys = schlecht [hier = Miss-], morphé = Form [hier = -gestaltet-], phóbos = Furcht [hier = -angst]) handelt es sich um eine Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Die Betroffenen nehmen ihren Körper oder einzelne Körperteile als hässlich oder entstellt wahr. Diese Definition passt ebenfalls sehr gut zu den Grundgedanken, denn die verzerrte Körperwahrnehmung wird vorallem bei den jungen Menschen immer häufiger beobachtet.