Ab 18.03.2021 -kunstverein kärnten künstlerhaus klagenfurt-Kleine Galerie Die Neuen #1 Friedrich J. Tragauer „diagonal-lateral“

Fünf von zehn im Jahr 2019 neu aufgenommene Mitglieder des Kunstvereins Kärnten stellen ihre Werke vor, darunter ist Friedrich J. Tragauer mit seiner Arbeit „diagonal-lateral“

Licht-/Tonobjekt „diagonal-lateral“

F.J. Tragauer mit der Arbeit "diagonal-lateral"

F.J. Tragauer mit der Arbeit „diagonal-lateral“

zur ausgerufenen Triennale II 2020 des Kunstvereins Kärnten zum Thema zeit.čas.tempo stellt Friedrich J. Tragauer das 2021 fertiggestellte Licht-/Tonobjekt „diagonal-lateral“ zum Thema Mobilität der Serie ablauf.postopek.flow erstmals zur Ausstellung „Die Neuen (2019)“ im Künstlerhaus Klagenfurt aus.

Friedrich J. Tragauer beschäftigt sich in seiner Serie ablauf.postopek.flow mit chronologischen Abläufen, die er als Arbeiten in kinetischen Licht- und Tonobjekten interpretativ darstellt.

Der ausgestellte Lichtkasten hat eine Größe von 30 x 120 cm (H x L) und ist insgesamt mit 6 Stück Arduino Nanos (Mikrocontrollern) und dazugehörenden Leistungsansteuerboards, Neopixel-LEDs (einzeln seriell programmierbare farbige Leuchtdioden) und einem Tonmodul ausgestattet. Die Frontscheibe des Lichtobjekts ist mit einer halb durchlässigen Spiegelfolie überzogen, die den Betrachter in das Objekt mit einbezieht.

Das Lichtobjekt beschreibt die zeitliche Abfolge der drei Gangarten eines Pferdes, dem Schritt, Trab und Galopp. Zur Erstellung der Tonaufnahme wurde das Mikrofon an den Sattelgurt am Bauch des Pferdes montiert. Die Reiterin ritt das Pferd in den drei Gangarten auf einer Asphaltstraße. Die Schrittfolgen werden im Lichtobjekt durch zeitgesteuertes Aufleuchten (Mikrocontrollerprogrammierung) von Neopixel-LEDs in Hufeisenform dargestellt.

Die Fußfolge im Schritt erfolgt mit dem gleichmäßigen im zeitlichen Abstand gleichseitig aber nicht gleichzeitigen Auffußen der Hufe und es entsteht dabei das typische Geräusch des Viertakts.

Bei dieser Gangart sind immer zwei oder drei Hufe am Boden und daher bezeichnet man diese Art des Gangs in der Reitersprache als schwunglos, sie ist jedoch für den Reiter die anspruchsvollste Grundgangart.

Die Fußfolge im Trab ist eine schnelle Vorwärtsbewegung des Pferdes im Wechsel mit diagonalen Beinpaaren (diagonale und laterale Zweibeinstütze – daher auch der Titel der Arbeit) und es entsteht eine schwunghafte Bewegung im Zweitakt. Beim Wechsel auf das andere Beinpaar kommt es zu einer Schwebephase.

Die Fußfolge im Galopp ist eine gesprungene Gangart im Dreitakt mit dazwischenliegender Schwebephase. Bei dieser Gangart wird zuerst sehr kurz aus dem Trap angaloppiert und es ist ein komplexes Zusammenspiel aus allen dem Reiter zur Verfügung stehenden Reiterhilfen.

Die Darstellung der drei Gangarten des Pferdes im ausgestellten Licht-/Tonobjekt „diagonal-lateral“ entspricht nicht der genauen Dokumentation aus der Realität, sondern ist vielmehr eine interpretative Darstellung des Künstlers, die rein auf das Gehörte der entstandenen Tonaufnahme basiert, jedoch wurden auch Elemente aus dem tatsächlichen Ablauf der Gangarten mit einbezogen.

Der Betrachter ist dazu aufgerufen zu reflektieren, was er gehört und gesehen hat und welche Assoziationen sich für ihn ergeben. Wie hat sich die Mobilität über die Jahrzehnte verändert und wo stehen wir in weiteren einhundert Jahren? Wie sieht es mit den zukünftigen Ressourcen und der Umwelt aus? Wird es genug Energie für alle geben, wenn die fossilen Brennstoffe der Erde aufgebraucht sind …?

Friedrich Joachim Tragauer arbeitet in verschiedenen Medien, insbesondere in Fotografie, Video und Objektkunst. Der Künstler setzt sich seit Jahren mit der Möglichkeit auseinander, Kunst und Technik miteinander zu verbinden. Bei seinen neuesten kinetischen Kunstwerken ist immer Licht, bei vielen Objekten auch die Bewegung ein maßgebender Faktor des Ausdrucks. Der Künstler setzt programmierbare Minicomputer (Arduinos oder Raspberry Pi’s), Leistungssteuerungen und Sensortechnik ein, die dann LED’s und Servos antreiben. So kann er den Farbwechsel der LED’s und deren Intensität komponieren, um künstlerische Aussagen zu erzeugen.

Text: F.J. Tragauer 2021

Die Ausstellung läuft bis 17.04.2021

Öffnungszeiten Künstlerhaus Klagenfurt:

Bitte beachten Sie die neuen, verkürzten Öffnungszeiten:

Montag geschlossen
Di.  13 – 16 Uhr 
Mi.  13 – 18 Uhr
Do. 13 – 19 Uhr
Fr.   13 – 18 Uhr                 
Sa. 10 – 13  Uhr

Bitte zur Beachtung:

es dürfen im Moment bis zu 10 Personen gleichzeitig mit FFP2 Maske und 2-Meter-Distanz in die Großen Säle des Künstlerhauses Klagenfurt zur Besichtigung eintreten.

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