„Die Entführung Europas“ eine Objekt-Installation von Friedrich J. Tragauer

„Die Entführung Europas“ nennt F.J. Tragauer seine neueste Arbeit, die bei der Jahresausstellung 2014 der BV-Kärnten (Berufsvereinigung Bildender Künstler Österreichs, Landesverband Kärnten) unter anderem in der Alpen-Adria-Galerie in Klagenfurt ausgestellt wird.

Einladung zur Vernissage:


Die Inspiration zur Arbeit „Die Entführung Europas“ fand Friedrich J. Tragauer in den antiken Erzählungen des Europa-Mythos in Ovids Metamorphosen. Nach Ovid verwandelt sich Jupiter (röm. für Zeus) in einen friedlich aussehenden Stier, der sich unter die königliche Herde mischte, die Mercurius (röm. für Hermes) zuvor an den Strand getrieben hatte. Europa, die sich mit ihren Gefährtinnen ebenfalls am Strand aufhielt, nähert sich dem Stier, spielt und umwindet seine kleinen Hörner, bis sie sich schließlich auf seinen Rücken schwingt – da entführt der Stier sie nach Kreta (in der Arbeit des Künstlers am Modellzug).

Das dreidimensionale Objekt, das die Europäische Union symbolisch darstellt, ist ausschließlich mit Zeitungsberichten zu Themen der EU beklebt. Bedingt durch die vielen inneren und äußeren Einflüsse auf Europa hinterfragt F.J.Tragauer im Video, wo sich das heutige Europa hinbewegen / „entführen lassen“ wird.

Die Idee:

In einem Rohmodell aus Styrodur sollte in großen Lettern das E und das U vertieft eingebrannt werden. Die erste Überlegung war das ganze Modell in „Europablau“ zu spritzen und irgendwie mit den EU-Sternen zu versehen – jedoch wurde diese Idee der Oberflächenbehandlung schnell verworfen – einfach zu kitschig und unauffällig. Durch das E und das U sollte dann eine Modellbahn (versetzter Achter) als Endlosschleife führen. Die Modellspur N war schnell gewählt, denn das ganze Modell sollte ja in einem Teil in einen normalen Kombi zum Transport nach Klagenfurt passen.

Erste Skizzen zu "Die Entführung Europas"

Erste Skizzen zum Projekt "Die Entführung Europas"

Auf die N-Spur Modell Bahn (Triebwagen) sollte dann eine Mini-Funkkamera installiert werden, die dann die verschiedenen EU-Themen in irgend einer Form aufzeigen sollten. Nach einiger Überlegung wählte dann der Künstler F.J. Tragauer das Bekleben der Modelllandschaft mit Zeitungspapier zur Oberflächengestaltung.

Nun zum Rohmodell: als Material wurde hier das Baumaterial Styrodur verwendet. Styrodur lässt ich leicht mit Heißdraht schneiden und bearbeiten ist vom Gewicht sehr leicht und auch stabil für den Modellbau. Zum kleben benötigt man einen Spezialkleber, der den Werkstoff nicht auflöst.

Styrodur diente als Baustoff für den Rohling. Die Oberfläche wurde mit Zeitung beklebt.

Aus den Zeitungsberichten wurden aussschließlich EU-relevante Themen gewählt und bei der Beklebung der Artikel auf das Modell assistierte die Frau des Künstlers Petra Tragauer maßgeblich und achtete auch auf eine ordentliche Umsetzung.

Es wurden nur EU-relevante Berichte aufgeklebt.

Um die beiden Buchstaben – das E und das U, die tiefer in die Modelllandschaft eingebettet sind für den Betrachter noch besser wahrnehmbar zu machen wurden zwei verschiedene Zeitungen zur Beklebung verwendet: Für die Buchstaben der österreichische „Der Standard“ und für die restlichen Flächen die österreichische „Die Presse“.

Zur besseren Unterscheidung der Flächen wurden "Der Standard" und "Die Presse" verwendet.

Das mit den beiden unterschiedlichen Zeitungen beklebte EU-Objekt wurde dann noch mit einer Spezialflüssigkeit Oberflächenversiegelt und zum Trocknen ins Freie in die Sonne gestellt.

EU-Objekt trocknet an der Sonne - Objektgröße 99 x 150 x 40 cm

Vorbereitung der Funkmini-Kamera für den N-Spur Modellbahntriebwagen:

Zuerst galt es die kleine Kamera für den Triebwagen zu adaptieren – hierzu musste als erstes der Stecker aus Gewichtsgründen zerlegt werden. Es wurde die Plastikumantelung und der Stecker der Kamera entfernt. Zum Anschluss reichte die kleine Versorgungsplatine (5V-Spannungsstabilisator und SMD-Widerstände) im Stecker und das Kabel.

Kamerastecker: links-Entfernung des Gehäuses; mitte-Steckerboard Oberseite; rechts-Steckerboard Unterseite

Elektrische Anpassung des EU-Triebwagens (Fahrvorzugsrichtung und Spannungsstabilisator)

EU-Triebwagen - Neuverkabelung der internen Spannungsversorgung

Funkminikamera-Montage und Empfangseinheit mit Monitor

Links: Triebwagen mit Kamera; Rechts: Empfangseinheit mit Monitor

Fertiger Funkkamerawagen

Funkkamerawagen mit externer 9V Spannungsversorgung für die Kamera und Weitwinkelobjektiv (grün)

Vorbereitung der EU-Themenkarten

Ausgewählte Titelüberschriften der beiden Zeitungen

Triebwagenumbau zur Ausstellungsverwendung

Links: Umbau für Unterbrechnungsfreien Lauf; Rechts: Einbau ins Gehäuse

„Die Entführung“ und er finale EU-Wagen

Links: Mythos - Die Entführung Europas; Rechts: Der EU-Ausstellungswagen

Filmschnitt

Links: Filmschnittsoftware; Rechts: Filmszene Screenshot

weitere Dokumentation noch in Arbeit…

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Ausstellung, Multimedia abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.